Michael Krilich Interview
The 70s & 80s New Wave & Post-Punk Almanac
Fettes Teil. 10 Jahre Arbeit. Fast 300 Beiträge von Künstlern. Reviews. Interviews. Über 2000 tägliche Blogs. Zwei Bände… fast 1000 Seiten Punk und New Wave… und ich bin Teil davon, mit Fotos, vier Beiträgen von mir und einem über mich!
Das Ding ist ein Monster… gib es Nichtsahnenden zu lesen… die fühlen sich erschlagen… man könne genauso gut ein Telefonbuch lesen. Halt stop! So geht das nicht.
Das Buch, oder besser die zwei Bände, sind eine Faktensammlung … genau das richtige für kauzige Vinylsammler oder die Nein-das-war-nicht-78-Pink-Flag-kam-schon-77-raus-Typen, die Plattenladenbesitzer immer so nerven, also nix für Leute die meinen das hier mal durchzuackern und dann zu wissen was New Wave war, sondern was für Insider.
Die Beiträge sind so zahlreich wie individuell. Hier waren verdammt viele Schreiber und Informanten am Werk. Und: Hier war nicht Kid P. Archivar. So kommt es denn vor, dass zum Beispiel der Beitrag über mich doppelt so lang ist wie der über Kim Gordon. Da nimmt es der Punk Historiker nicht so genau (es hätte auch weitere 10 Jahre gedauert) und „irgendwann ist mal fertig“.

Also was machen mit dem Ding. Der Altpunk im Rentenalter legt sich das Teil auf’s Nachttischchen und schmökert jeden morgen, bei ersten Kaffee im Bett, mal rein was so los war vor 40…..50 Jahren. Und hört den Scheiß dann durch… soo viele schöne Vormittage. Man muss nur wollen.
Wie es zu all dem kam? Mit dem Herausgeber, dem Australier Michael Krilich habe ich gechatet… hier ist das Interview.
Wie kam es zu diesem Buch? Wahrscheinlich durch deine Sendungen in deinem Radiosender?
Das geht ziemlich weit zurück, als Mitglieder einer von mir gegründeten Facebook-Gruppe mich kontaktierten und vorschlugen, meine täglichen Blogs in einem Buch zusammenzufassen. Mein ursprüngliches Ziel war es lediglich, eine Facebook-Seite zu erstellen, um meine Leidenschaft mit ein paar Freunden zu teilen, mehr nicht. Doch unerwarteter weise entwickelte sich die Seite zu einer zentralen Anlaufstelle für Fans der New-Wave- und Post-Punk-Bewegungen der 70er- und 80er-Jahre und zog Enthusiasten aus aller Welt an. Ich gründete die Gruppe zusammen mit meinem Freund Jimmy Jay Rothery, einem bekannten Bassisten, der inzwischen verstorben ist.
Die Gruppe wuchs und entwickelte sich zu einer lebendigen Community engagierter Fans, die täglich vorbeischauten, so wie ich, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, oft als erstes am Morgen. Obwohl dies nicht mein ursprünglicher Plan war, hat sich die Seite zu einem virtuellen Treffpunkt für Fans, Enthusiasten und sogar namhafte Künstler aus dieser Zeit entwickelt, die alle ihre Erfahrungen austauschen. Ich ermutigte die Mitglieder, miteinander zu interagieren und Gedanken, Erinnerungen und Meinungen über die Musik und einflussreichen Persönlichkeiten dieser Zeit auszutauschen. Die Gruppe ist vielleicht nicht die größte ihrer Art, aber ich hoffe, dass sie sicherlich die aufschlussreichste und zum Nachdenken anregendste ist. Sie hat mir auf jeden Fall viele Künstler und Bands näher gebracht, von denen ich sonst nie erfahren hätte.
Der Radiosender kam später dazu, es war eine zufällige Begegnung mit dem Besitzer kurz vor COVID, als ich an die Tür des Senders klopfte und ihn um einen einstündigen Sendeplatz bat. Wie sich herausstellte, war er der damit verbundenen Arbeit überdrüssig und übergab mir den Sender. Ich war nie zufrieden mit der Art und Weise, wie Radiosender im Allgemeinen funktionierten. Für mich war es im Grunde eine leere Leinwand, perfekt. Ich wollte sicherstellen, dass wir jede Menge lokale und nationale Inhalte haben, die neue Künstler unterstützen, also entwickelte ich ein Konzept, bei dem ich die Künstler, wann immer möglich, ihre eigenen Songs vorstellen ließ, anstatt einen Moderator. Wie sich herausstellte, haben sowohl die Hörer als auch die Künstler sehr positives Feedback dazu gegeben. Außerdem habe ich dreistündige Slots für bestimmte Genres eingerichtet, darunter Classic Rock, Country, Jazz, Acid Jazz, Ambient/Chill usw. und natürlich New Wave & Post-Punk. Ich habe eine Facebook-Seite und eine Website eingerichtet und den Sender online gestellt, damit ihn die ganze Welt hören kann. Die Vielfalt und Qualität der gespielten Musik haben zum Gesamterfolg des Senders beigetragen. In letzter Zeit habe ich mich etwas zurückgezogen, um mich auf mein Buch konzentrieren zu können.
Wann kam die Idee, ein Buch zu schreiben?
Ich habe mich nie als Autor gesehen, sondern eher als Enthusiast, der seine Vorlieben mit anderen teilen wollte. Ich hatte einige tausend Objekte, sowohl Texte als auch Bilder wie Poster, Tickets und Handzettel, die chronologisch sortiert waren. Diese habe ich in meiner Gruppe und auf Fanseiten geteilt. Da ich alles nach Datum sortiert habe, dachte ich, ich könnte vielleicht ein Tagebuch oder, wie ich es nenne, einen „Almanach“ erstellen. Ich habe viele namhafte Künstler aufgesucht und freue mich, dass ich mit vielen Prominenten Online-Freundschaften schließen konnte. Der nächste Schritt war das Design, also dachte ich, dass es ein guter Anfang wäre, nach Datum, Geburtstagen, Veranstaltungen, Auftritten und bemerkenswerten Veröffentlichungen, hauptsächlich Debüts, zu sortieren. Um das Manuskript zu füllen, bat ich prominente Persönlichkeiten, mir Anekdoten zu erzählen, die Fans und Leser vielleicht noch nicht kennen. Die meisten waren sehr entgegenkommend, und wenn sie lieber Interviewfragen beantworten wollten, habe ich mir etwa ein Dutzend ausgedacht. Die Resonanz war großartig. Ich bin stolz darauf, dass das Buch über 300 Anekdoten und Interviews von Mitgliedern so vieler wichtiger Bands wie Bauhaus, The Fall, The Go-Go’s, Human League, Joy Division, Magazine, Propaganda, The Saints, Simple Minds, Teardrop Explodes, Visage und Xymox enthält… das ist sozusagen nur die Spitze des Eisbergs.
Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet? Ich habe gehört, es seien etwa 10 Jahre gewesen…
10 Jahre? Das könnte man so sagen, wahrscheinlich sogar noch viel länger. Begonnen hat alles, als ich Ende der 70er und in den 80er Jahren ein begeisterter Konzertbesucher war. Ich habe alles, was ich erlebt habe, in mich aufgesogen und wie die meisten anderen auch meine Hemden mit Schweiß getränkt. Meine Plattensammlung wuchs und wuchs, und damit kamen auch allerlei Kleinigkeiten, die sich jetzt offenbar als nützlich erwiesen haben. Realistisch gesehen hat das Verfassen des Manuskripts ein paar Jahre gedauert, aber das Sammeln der Daten? Ich glaube, als die Gruppe gegründet wurde, war das 2013 oder 2014.
Hier erhältlich -> Offiziellte Webseite
Michael Krilich – The 70s & 80s New Wave & Post-Punk Almanac – APS BOOKS/APS PUBLICATIONS – ca. 450 Seiten pro Band – in engl. Sprache – auch als Kindle Version erhältlich


